Themen  Einführung in die Pragmatik Sommersemester 2001

Wenn Sie zur Einführung in die Pragmatik für den Studiengang Allgemeine Sprachwissenschaft Magister (Hauptfach o. Nebenfach) eine Hausarbeit schreiben möchten, können Sie ohne weitere Rücksprache eines der untenstehenden Themen auswählen.

Die Leitfragen sollen der inhaltlichen Orientierung dienen, sind aber nicht als Gliederung der Arbeit gedacht: eine vernünftige Gliederung müssen sie sich selbst überlegen.

Als Hilfestellung für das Abfassen der Arbeit können Sie mein Merkblatt für schriftliche Arbeiten herunterladen (auch als pdf-Datei erhältlich).

Die Arbeit soll einen Umfang von ca. 3000 Wörtern haben.

Abgabe Termine:

    30. September 200x

    31. März 200x

Sie können die Arbeit auch zu anderen Terminen abgeben, aber während der Vorlesungszeit kann ich nicht dafür garantieren, dass ich die Arbeit innerhalb von sechs Wochen nachsehen kann.

Geben Sie die Arbeit im Sekretariat für Allgemeine Sprachwissenschaft Geb. 23.21 Ebene 4, Raum 46 ab (Öffnungszeiten 9 - 16 Uhr). Für die bloße Abgabe baruchen Sie nicht in meine Sprechstunde zu kommen.

Sie erhalten von mir eine Benachrichtigung per Email, sobald ich Ihre Arbeit gelesesn habe. Keine Nachricht bedeutet: ich habe die Arbeit noch nicht gelesen.

Bitte machen sie auf dem Titelblatt folgende Angaben:

    Name
    Matrikelnummer
    Studiengang
    Veranstaltung, zu der Sie die Arbeit anfertigen (welches Semester)
    Email-Adresse
    Postadresse
    Anzahl der Wörter (Zählfunktion des Textverarbeitungsprogramms benutzen)

zum Ausdrucken als pdf-Datei: zum Ausdrucken als pdf-Datei

Thema 1:  Ethnomethodologische Konversationsanalyse und der Mechanismus des Sprecherwechsels
Thema 2:  Ethnomethodologische Konversationsanalyse und die Struktur von Telefongesprächen
Thema 3:  Ethnomethodologische Konversationsanalyse: Vor-Bitten und Bitten
Thema 4:  Die drei Stufen der Austinschen Sprechakttheorie
Thema 5:  Indirekte Sprechakte
Thema 6:  Konversationelle Implikaturen

 

Thema 1: Ethnomethodologische Konversationsanalyse und der Mechanismus des Sprecherwechsels
Leitfragen

Was versteht man unter EMCA?  Was ist ihr Untersuchungsgegenstand? Als was werden Gespräche in der EMCA angesehen? Worauf zielen die Untersuchungen ab? Was sind die Daten, die untersucht werden? Von welcher Art sind die Ergebnisse?

Welche Phänomene sind in Alltagsgesprächen mit dem Sprecherwechsel verbunden?  Was sind "Turns", "Units", "TRPs"?  Nach welchen Regeln vollzieht sich der Sprecherwechsel?  Was ist die Evidenz für die Geltung dieser Regeln?  Wie wirkt sich das Regelsystem auf den Ablauf und die Planung von Gesprächen aus? Welche Arten von Zeiten des Nichtsprechens lassen sich auf-grund des Regelsystems unterscheiden? Welche Reparaturmaßnahmen werden bei Regelverstö-ßen ergriffen? Analysieren Sie das Verkaufsgespräch, Wörter 1-65, unter dem Gesichtspunkt des Turntakings. 

Stoff
Handout Kap.3 und Kap.2
Levinson:  6.2  Einleitung,  6.2.1.1,  6.2.2 (= maßgebliche Textgrundlage)
Linke/Nussbaumer/Portmann:  7.1, 7.2, 7.3.1-7.3.5  (= Ergänzung)

Wichtig für schriftliche Hausarbeiten zu dem Thema: 
Verwenden Sie durchgehend Beispiele zur Illustration der Begriffe und der Ergebnisse
 

Thema 2:  Ethnomethodologische Konversationsanalyse und die Struktur von Telefongesprächen 
Leitfragen

Was versteht man unter EMCA?  Was ist ihr Untersuchungsgegenstand? Als was werden Gespräche in der EMCA angesehen? Worauf zielen die Untersuchungen ab? Was sind die Daten, die untersucht werden? Von welcher Art sind die Ergebnisse?

Was versteht man unter "Nachbarschaftspaaren"?  Wie ist die Gesamtorganisation von Telefongesprächen beschaffen?  Wie sind die Eröffnungen von (amerikanischen) Telefon-gesprächen strukturiert?  Wie sind die Beendigungen von Telefongesprächen strukturiert?

Stoff
Handout  Kap. 4, Kap. 2
maßgeblicher Text
Levinson:  6.2 Einleitung,  6.2.1.2 Anfang,  6.2.1.3,  6.2.2 Ende als Ergänzung
Linke/Nussbaumer/Portmann:  7.5, 7.6.3

Wichtig für schriftliche Hausarbeiten zu dem Thema: 
Verwenden Sie durchgehend Beispiele zur Illustration der Begriffe und der Ergebnisse.
 

Thema 3:  Ethnomethodologische Konversationsanalyse: Vor-Bitten und Bitten
Leitfragen

Was versteht man unter EMCA?  Was ist ihr Untersuchungsgegenstand? Als was werden Gespräche in der EMCA angesehen? Worauf zielen die Untersuchungen ab? Was sind die Daten, die untersucht werden? Von welcher Art sind die Ergebnisse?

Was versteht man unter "Nachbarschaftspaaren"?  Was wird in der EMCA unter "Präferenz" verstanden?  Woran erkennt man nicht-bevorzugte zweite Teile von Nachbarschafts-paaren?  Was sind Vor-Sequenzen?  Wie werden in Alltagsgesprächen Bitten vorbereitet, 
abgelehnt, angenommen, vermieden, erspart? Was sind die bevorzugten Abläufe von Bitten?

Stoff: Handout  Kap.5, Kap. 4.1, Kap 2
Levinson:  6.2 Einleitung,  6.2.1.2 Anfang,  6.3.1,  6.4.1,  6.4.3

Wichtig für schriftliche Hausarbeiten zu dem Thema: 
Verwenden Sie durchgehend Beispiele zur Illustration der Begriffe und der Ergebnisse.
 

Thema 4:  Die drei Stufen der Austinschen Sprechakttheorie
Leitfragen

Was ist ein Sprechakt?  Was war für Austin der Ausgangspunkt, um eine Theorie der Sprechakte zu entwickeln?  Was sind nach Austin die Unterschiede zwischen "konstativen" und "performativen" Äußerungen?  Was sind "explizite" und "implizite" Per-formative?  Was versteht Austin unter "lokutionärem", "illokutionärem", "perlokutionä-rem" Akt?
Beschreiben Sie nicht nur die drei Ansätze von Austin, sondern geben Sie auch die Über-legungen wieder, die jeweils von einer Stufe zur nächsten geführt haben. Verwenden Sie reichlich Beispiele, um die Begriffe und Überlegungen zu illustrieren.

Stoff
Handout Kapitel 6
Levinson:  Kap. 5.1       (Basistext)
Linke/Nussbaumer/Portmann:  5.2.1 - 5.2.5      (Ergänzungstext)
 

Thema 5:  Indirekte Sprechakte
 Leitfragen

Was ist ein Sprechakt?  Was versteht Austin unter dem "lokutionären", "illo-kutionären", "perlokutionären" Akt?  Was versteht man unter der wörtlichen illokutionären Kraft eines Satzes?  An welchen sprachlichen Indikatoren lässt sie sich bestimmen?  Was ist ein indirekter Sprechakt? Welche Erklärungsansätze gibt es? (Idiomtheorie, Inferenz-theorie) Was spricht für sie, was gegen sie?  Welche Erklärung bietet die Konversations-analyse z.B. für Bitten in Form von Fragen an?
Versuchen Sie, die Argumentation im Zusammenhang wiederzugeben. Illustrieren Sie alle Überlegungen durch Beispiele!

Stoff
Handout Kapitel 6.3, 7
Levinson:  Kap. 5.1 (Ende), 5.5 (soweit behandelt), 6.4.3 (soweit relevant)
Linke/Nussbaumer/Portmann:  5.2.5, 5.2.6 (ergänzend)
 

Thema 6: Konversationelle Implikaturen
Leitfragen:

Von welcher Grundannahme über Gespräche geht Grice aus? Welches Phänomen versucht er zu klären? Wie lautet das Kooperationsprinzip und wie lauten die einzelnen Ma-ximen? Wie sind "konversationellen Implikaturen" definiert?
Geben Sie zu zwei der vier Maximen je zwei Beispiele: eines, bei dem sich eine bestimmte Implikatur (welche jeweils?) dadurch ergibt, dass man annimmt, dass die Maxime eingehalten wird, und eines, bei dem sich eine bestimmte Implikatur (welche jeweils?) dadurch ergibt, dass man annimmt, dass die Maxime verletzt wird.

Stoff
Handout Kapitel 8
Levinson: Pragmatics/Pragmatik. Kap. 3.0, 3.1 (soweit behandelt)
Grice, Paul J.: "Logic and conversation". In: P. Cole, J.L. Morgan (Hrsg.): Syntax and Semantics Vol. 3: Speech Acts. S 41-58.  deutsch: "Logik und Konversation". In: Georg Meggle (Hrsg.) Handlung, Kommunikation, Bedeutung ., S. 243-265.
 
 

Thema 7:  Präsuppositionen
(nicht Sommersemester 2002)
Leitfragen

Was sind Präsuppositionen?  Wodurch kommen sie zustande?   Wie unterscheiden sie sich von Alltagsschlüssen (Plausibilitätsüberlegungen usw.)?  Wie unterscheiden sie sich von konversationellen Implikaturen? Was ist das wichtigste Erkennungsmerkmal für Präsuppositionen? 

Wodurch konkret kommen was für Präsuppositionen zustande? Nennen Sie einige wichtige Gruppen von "Präsuppositionsauslösern". Analysieren sie die nachstehende Textstelle darauf hin, welche Präsuppositionsauslöser sie enthalten und welche Präsuppositionen jeweils von ihnen ausgelöst werden.

Stoff
Handout  Kapitel 9
Levinson: 4.0, 4.1, 4.2 

Textstelle:
Mit einem knappen Gruß ging die Frau an ihm vorbei hinaus ins Vorzimmer. Lofart schloss die Tür. Er war froh, dass er sich nicht hatte irre machen lassen. Er ging zurück an seinen Schreibtisch. Irgendwann einmal würde er sich vielleicht nicht mehr mit Dingen wie diesen beschäftigen müssen.  (aus: Burkhard Spinnen, Langer Samstag. Roman 1997)
 


 

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